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Arbeitskreis Thermische Holzschädlingsbekämpfung
im DHBV

Holzschutz

 

Holzschutz umfasst alle Maßnahmen, die eine Wertminderung oder Zerstörung von Holz, Holzwerkstoffen oder Holzkonstruktionen vor Schädigungen durch Witterung, Insekten und Pilze verhüten und damit eine lange Gebrauchsdauer sicherstellen. Neben dem konstruktiven Holzschutz ist auch die Anwendung unterschiedlicher Holzschutzmittel und Holzschutzverfahren zum Schutz des Holzes vor Holzschädlingen bekannt.

 

Geschichte

Mit der Errichtung von Holzbauten begann schon ein frühzeitiges Verständnis z.B. von unterschiedlichen Holzresistenzen und dem Einfluß der Art der Konstruktion. Insofern ist der Holzschutz in der Frühzeit des Holzbaues anzusiedeln. Die Vorstellung unüberlegter, primitiver Errichtung von vorzeitlichen Holzbauwerken, wird durch diverse Erkenntnis der Archäologie widerlegt. Die Geschichte der Holzschutzmittel reicht bis in die Anfänge der Verwendung des Holzes als Baustoff zurück. So wurde schon in der frühen Geschichte des Holzbaues versucht, diesen Baustoff länger haltbar zu machen. Dabei wurden neben dem rein konstruktiven Holzschutz aber auch schon sehr früh folgende physikalische Verfahren und chemische Wirkstoffe eingesetzt:

  • Ankohlung, Verkohlung (ab ca. 5000 v.Chr. belegt durch Funde in der Fayum Wüste und dem Watt Qena, siehe auch Sutter 1986 S. 120)
  • Kälken
  • pflanzliche Öle wie Mhyrre, Weihrauch, Ölhefe etc. (ab ca. 2900 v.Chr. in Ägypten, Scheden 1860 S56). So wurde bereits im alten Griechenland zurzeit von Alexander dem Großen Brückenholz mit Olivenöl getränkt.
  • Auslaugen durch Wasser und Saftentleerung (Theophrast, 4.Buch, 2.Kap. S132 nach Seidensticker 1886, S.274)
  • Holzdestillationsprodukte: Holzteer, Holzessig,Kreosot (ab ca. 1000 v. Chr. z.B. in Griechenland nach Hösli J.P., 1982, S.29-36)
  • Rauch
  • bituminöse Beschichtungen: Teer, Pech (belegt ab ca. 3000 v.Chr. nach Strabo (16p739) zitiert aus Hirt 1821, S160). Die Römer haben ihre Schiffe mit Pech bestrichen um sie vor Bohrmuscheln zu schützen.
  • Salz
  • Quecksilber undArsenverbindungen (z.B. ca. 800 v.Chr.in China, Plinius, XXXVI, 3, 19 nach Seidensticker, 1886, S.1886)

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden durch die fortschreitende industrielle Entwicklung und Forschung zunehmend Holzschutzmittel auf Basis chlororganischer Verbindungen verwendet.

Holzbiologie

Trockenes Holz, richtig eingebaut und richtig gepflegt, ist, wie viele Beispiele zeigen, mit seinen hohen Standzeiten extrem lang haltbar. Die Gefährdung des Holzes besteht in folgenden zu kontrollierenden Faktoren:

Witterungseinflüsse
1. Feuchtigkeit
2. Temperaturschwankungen (Temperaturschwankungen führen zu Rissbildungen)
3. UV Strahlung (die Witterungseinflüsse bewirken photochemische Abbaureaktionen durch UV Strahlung und oberflächliche Abtragung. Durch Niederschlagswasser 0,01 bis 0,1 mm im Jahr!)

Thermische Belastungen
(Feuer und hohe Temperaturen)

Chemische Einflüsse
(Auch wenn Holz in seiner Festigkeit mit Stahl oder Beton nicht konkurrieren kann, wird es im Bauwesen zum Teil dort eingesetzt, wo Stahl und Beton korrodieren. Im Allgemeinen ist eine Beständigkeit des Holzes im ph-Bereich von 3 - 10 anzunehmen. Die Widerstandsfähigkeit ist natürlich von der Art des Holzes abhängig.)

Biologische Einflüsse
Diese biologischen Einflüsse durch Pilze, Insekten, Bakterien etc. stehen oft in einem direkten Zusammenhang von Holzfeuchte und Holztemperatur, können aber auch in ihrer Befallsart voneinander abhängen.

 


Gefährdungsklassen

Je nach Einbausituation ist verbautes Holz in unterschiedlichem Maße dem Angriff durch holzzerstörende Pilze und/oder Insekten ausgesetzt. Die Gefährdungsklassen stellen eine Einteilung dar, mit deren Hilfe Art und Umfang eventuell notwendiger chemischer Holzschutzmaßnahmen beurteilt werden kann. In Deutschland ist hierfür die DIN 68800 Teil 3 maßgebend. Die betreffende Norm betont die primäre Notwendigkeit des konstruktiven Holzschutzes, gibt umweltschonenden Holzschutzverfahren den Vorrang und lässt die Möglichkeit offen, durch Einsatz höherer Resistenzklassen der Bauhölzer auf chemischen Holzschutz zu verzichten. Je nach Gefährdungsklasse werden daher entweder Holzschutzmittel mit den entsprechenden Prüfprädikaten eingesetzt oder Hölzer der entsprechenden Resistenzklasse verwendet.

Gefährdungsklassen nach DIN 68800 Teil 3:

GefährdungsklasseBeanspruchung Prüfprädikatalternativ auch Hölzer der
0Innen verbautes Holz, ständig trocken, Anflug durch holzschädigende Insekten nicht möglich;--
1Innen verbautes Holz, ständig trocken, Anflug durch holzschädigende Insekten möglich; IvResistenzkl. 3
2Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung oder Auswaschung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglichIv, PResistenzkl. 3
3Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, aber ohne ErdkontaktIv, P, WResistenzkl. 2
4Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständiger starker Befeuchtung ausgesetztIv, P, W, EResistenzkl. 1

Iv = gegen Insekten vorbeugend wirksam
P = gegen Pilze vorbeugend wirksam (Fäulnisschutz)
W = Witterungskontakt, ohne ständigen Erd- und Wasserkontakt
E = ständiger Erd- und Wasserkontakt



 

Baulicher Holzschutz

Eine Bauweise, die eine dauerhafte Trockenhaltung des Holzes sicherstellt, kann Pilzbefall verhindern. Diese Art des baulichen Schutzes wird konstruktiver Holzschutz genannt. Die Norm für konstruktive Holzschutzmaßnahmen im Hochbau (DIN 68 800-2) zeigt beispielhaft Holzkonstruktionen, deren Holz dauerhaft geschützt ist und vorbeugenden Holzschutz an verschiedenen Holzbauteilen entbehrlich machen.


Natürlicher Holzschutz

Natürliche Dauerhaftigkeit

Unter Natürliche Dauerhaftigkeit versteht man der Haltbarkeit ein Holz im Bezug auf ihrer Widerstandsfähigkeit gegen über Pilzen, Insekten, Meerwasser, usw. Die Verwendung ausreichend resistenter Holzarten entsprechend der jeweiligen Gefährdungsklasse (GK) verhindert Bauschäden. Zum Beispiel enthält Teakholz giftige Stoffe, die dem Zersetzen durch Fressfeinde entgegenwirken oder auch das Holz einiger Nadelholzgewächse (z. B. Lärche, Western Red Cedar) schützt sich selbst.


Resistenzklassen

Die Resistenzklassen lassen sich zum Beispiel nach der etwas älteren Klassifizierung in Resistenzklassen nach DIN 68364* einteilen. Hier wird von einer gemeinsamen Eigenresistenz gegen holzzerstörende Insekten und Pilze ausgegangen.

gegen Insekten und Pilze nach DIN 68364:



Resistenzklasse 1Resistenzklasse 1-2Resistenzklasse 2Resistenzklasse 3Resistenzklasse 3-4Resistenzklasse 4Resistenzklasse 5
sehr dauerhaft.dauerhaftmäßig dauerhaft.wenig dauerhaftnicht dauerhaft
z.B. Afzelia, Iroko, Biling, Greenhart, Padouk, asiat. Teak, Makoréz.B. Robinie;z.B. europ. Eiche (z.B. Stiel- oder Traubeneiche), Edelkastanie, amer. Western Red Cedar, Bankirai, Bubinga, Merbau, Bongossi, Mahogani, Meranti (Rohdichte größer 0,5 g/cm³)z.B. Europ. Lärche, europ. Douglasie z.B. Kieferz.B. Tanne, Fichte, Ulme, amer. Roteiche, Limba, Rüster, Gaboon, Meranti (Rohdichte kleiner 0,49g/cm³)z.B. Birke, Buche, Esche, Linde,

*Durch die enge Verknüpfung mit der noch aktuellen Norm DIN 68800 gelten diese Resistenzklassen in Deutschland nur noch für das Bauwesen. Es wird nach deren Aufhebung die Europäische Norm EN 335 folgen.


Die neuere Einteilung erfolgt dann nach DIN EN 350-2. Hierbei wird dann in Resistenzklassen zwischen den Arten der Holzzerstörer (z.B. tierische, pflanzliche, Termiten, marine Holzschädlinge) unterschieden.
Hier die Klassifikation der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze:

 

gegen Pilze nach DIN EN 350-2:

Resistenzklasse 1Resistenzklasse 1-2Resistenzklasse 2Resistenzklasse 2-3Resistenzklasse 3Resistenzklasse 3-4Resistenzklasse 4Resistenzklasse 5
sehr dauerhaft.dauerhaft.mäßig dauerhaft.wenig dauerhaftnicht dauerhaft
z.B. Afzelia, Maobi, Biling, Greenhart, Padouk, asiat. Teak, Makoréz.B. Robinie;z.B. europ. Eiche, Edelkastanie, amer. Western Red Cedar, Bankirai, Bubinga, Merbau, Bongossi, Mahoganyz.B. Yellow Cedar, amerik. Weißeichez.B. Pitch Pinez.B. Europ. Lärche, europ. Douglasiez.B. Tanne, Fichte, Ulme, amer.Roteiche, Yellow Merantiz.B. Birke, Buche, Esche, Linde, White Meranti

 

Der Einteilung der Dauerhaftigkeit erfolgt getrennt nach Splint und Kern, wobei generell der Splint als wenig bzw. nicht dauerhaft einzustufen ist. In der meisten fällen ist der Splint gut zu impregmieren wo durch in weiterfolge die Dauerhaftigkeit des Splint durch ein Impregmierung mit Holzschutzmitteln den Kern Gleichgesetzt werden kann. Ein Impregmierung des Kernes ist technische nicht möglich und auch nicht sinnvoll.

Zum gewerblichen Einsatz chemischer Holzschutzmittel ist eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung notwendig, die durch den "Sachkundenachweis Holzschutz am Bau" beurkundet wird. Dieser Sachkundenachweis bestätigt die in DIN 68 800, Teil 4 geforderte Qualifikation und besagt, dass der Inhaber über die Kenntnisse und Fertigkeiten entsprechend dem Stand von Wissenschaft und Technik für die Vorbereitung, Anleitung, Durchführung und Prüfung von gesundheitlich unbedenklichen und umweltverträglichen Holzschutzmaßnahmen zur Bekämpfung holzzerstörender Pilze und Insekten sowie sonstiger Einflüsse verfügt.

Physikalischer Holzschutz

Diese Methoden und Mitteln sollen das Holzbauteil vor witterungsbedingter Schädigung schützen, also vor Feuchteaufnahme, Sonnenlicht und mechanischen Einflüssen. Auch als Wetterschutzmittel bekannt. In Deutschland bedürfen sie keiner Bewertung durch das Umweltbundesamt. Physikalische Methoden sind meist Schutzschichten, die keinen Schutz vor Insekten- oder Pilzbefall bewirken sondern gegen mechanische Beanspruchung, Witterung und Sonnenstrahlen (UV-Strahlen) Schutz bieten.

Chemischer Holzschutz

Beim chemischen Holzschutz durch Holzschutzmittel übernehmen Wirkstoffe den Holzschutz. Holzschutzmittel sind Biozidprodukte. Biozidprodukte sind Wirkstoffe oder wirkstoffhaltige Zubereitungen, die dazu bestimmt sind, auf chemischem oder biologischem Weg Schadorganismen zu zerstören oder sie zu bekämpfen. Holzschutzmittel sollen also den Befall durch holzzerstörende oder holzverfärbende Organismen verhindern oder einen solchen Befall bekämpfen.

Zum gewerblichen Einsatz chemischer Holzschutzmittel ist eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung notwendig, die durch den "Sachkundenachweis Holzschutz am Bau" beurkundet wird. Dieser Sachkundenachweis bestätigt die in DIN 68 800, Teil 4 geforderte Qualifikation und besagt, dass der Inhaber über die Kenntnisse und Fertigkeiten entsprechend dem Stand von Wissenschaft und Technik für die Vorbereitung, Anleitung, Durchführung und Prüfung von gesundheitlich unbedenklichen und umweltverträglichen Holzschutzmaßnahmen zur Bekämpfung holzzerstörender Pilze und Insekten sowie sonstiger Einflüsse verfügt.

Entweder wird das Holz an der Oberfläche behandelt, oder mit dem Holzschutzmittel durchtränkt, dies kann handwerklich, z. B. durch Anstrich bzw. Sprühverfahren, oder industriell, z. B. in Druckimprägnieranlagen, bewerkstelligt werden.

Neue Holzschutzmittel werden zunehmend umweltverträglicher konzipiert, z. B. wird als Lösungs- bzw. Transportmittel verstärkt Wasser genutzt. Auch ölhaltige Holzschutzmittel können so als Emulsionen in geringer Konzentration tief in das Holz eindringen und dort Ihre holzschützende Wirkung entfalten. An der Oberfläche bleibt weniger Holzschutzmittel zurück. Die so behandelten Hölzer sind für Mensch und Umwelt weniger belastend, da sie weniger Schadstoffe abgeben (Austrag, Auswaschung, Ausgasung).

Die Verbrennung von Hölzern, die mit Holzschutzmitteln imprägniert wurden , muss in Anlagen erfolgen, die nach der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) zugelassenen wurden.

Holzschutzmittel

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung

In Deutschland definiert die DIN 68 800 Holzschutz die Anwendung von Maßnahmen, die eine Wertminderung oder Zerstörung von Holz und Holzwerkstoffen - besonders durch Pilze, Insekten etc., - verhüten. Weiter müssen Bauherren das BGB und dessen Verkehrssicherungspflicht zum Schutze Dritter beachten. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit schreibt der Gesetzgeber einen vorbeugenden Schutz von Hölzern vor, die tragenden bzw. aussteifenden Zwecken dienen. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit verfolgt. Werden im Schadensfall Personen verletzt, kann dies unter Umständen strafrechtlich geahndet werden. Besteht ein Bauherr auf die Verwendung unimprägnierter Hölzer, können Architekten und Bauausführer den zivilrechtlichen Schadenersatzanspruch des Bauherrn ausschließen. Dieser ist jedoch nicht Dritten gegenüber wirksam und derartige Klauseln sind öffentlichrechtlich und strafrechtlich ohne Belang.


Die Erteilung der allgemeinen bauaufsichlichen Zulassung, die in allen Bundesländern gültig ist, erfolgt durch das zuständige Deutsche Institutes für Bautechnik (DIBt). Das DIBt gibt jährlich eine Holzschutzmittelliste heraus in dem die zugelassenen Holzschutzmittel aufgeführt sind. Die Geltungsdauer der Zulassung ist befristet (maximal 5 Jahre).
Die Erteilung der bauaufsichlichen Zulassung ist abhängig vom Wirksamkeitsnachweis, daß das Holzschutzmittel für den vorgesehenen Zweck geeignet ist und bei bestimmungsgemäßer Verwendung des Holzschutzmittels die holzschützende bzw. bekämpfende Wirkung erzielt werden kann. Prüfung z.B. durch die Bundesanstalt Materialforschung und -prüfung, BAM. Im weiteren Zulassungsverfahren wird hinsichtlich einer eventuellen Gesundheitsgefährdung der Nutzer baulicher Anlagen durch das behandelte Holz bei bestimmungsgemäßer Verwendung des Holzschutzmittels eine Bewertung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung vorgenommen. Eventuelle ökotoxikologische nachteilige Auswirkungen auf die unmittelbare "Umwelt" der baulichen Anlage, den Boden und das Grundwasser bewertet das Bundesumweltamt (UBA).
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Einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung nach den Bauordnungen der Bundesländer bedürfen

  • Mittel zum vorbeugenden Schutz von Bauprodukten und Bauteilen aus Holz für tragende und/oder aussteifende Zwecke vor holzzerstörenden Pilzen und Insekten,
  • Mittel zum vorbeugenden Schutz von Bauprodukten und Bauteilen aus Holzwerkstoffen vor holzzerstörenden Pilzen und Insekten,
  • Mittel zur Bekämpfung eines vorhandenen Befalls von Bauteilen aus Holz und Holzwerkstoffen durch holzzerstörende Pilze oder Insekten,
  • Mittel zur Verhinderung des Durchwachsens von Mauerwerk durch den Echten Hausschwamm (Schwammsperrmittel).


Keiner bauaufsichtlichen Zulassung bedürfen Mittel:

  • zum vorbeugendem Schutz von Bauprodukten und Bauteilen aus Holz für nichttragende und nicht aussteifende Zwecke (z.B. innere Wand- und Deckenverkleidungen, äußere Wand- oder Unterverschalungen, Fenster, Außentüren),
  • zum vorbeugendem Schutz von Gegenständen, die nicht Teil einer baulichen Anlage im Sinne der Landesbauordnung sind, (z.B. Gartenmöbel, Bänke, Obstpfähle)
  • zur Bekämpfung eines Befalls durch holzzerstörende Insekten von Gegenständen, die nicht Teil einer baulichen Anlage im Sinne der Landesbauordnung sind (z.B. alte Möbel).
  • zum vorbeugendem Schutz von Holz im Außenbereich ohne Erdkontakt einschließlich Fenster und Außentüren gegen holzverfärbende Organismen

Holzschutzmittelliste

Nachfolgende Holzschutzmittelgruppen sind nach dem aktuellen Holzschutzmittelverzeichniss des DiBt in Deutschland zugelassen:

Holzschutzmittel in organischen Lösemitteln zum vorbeugenden Schutz von Holzbauteilen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten:

  • Holzschutzmittel in organischen Lösemitteln Organische Fungizide und Insektizide in organischen Lösemitteln, (Xyligen AL, Permethrin, Deltamethrin, Dichlofluanid, Propiconazol, Tebuconazol, Tris-(N-cyclohexyldiazeniumdioxy)-Aluminium )
  • Holzschutzmittel in organischen Lösemitteln (ohne Wirksamkeit gegen Pilze)
  • Wasserverdünnbare Holzschutzmittel (ohne Wirksamkeit gegen Pilze)/ Organische Insektizide in wässriger Emulsion
  • Steinkohlenteer-Imprägnieröle / Steinkohlenteer-Imprägnieröl der Klassen WEI-Typ (B), C nach der Klassifizierung (W.E.I.) Mit einem Benzo(a)pyren-Gehalt bis zu höchstens 50mg/kg (ppm)
  • Sonderpräparate für Holzwerkstoffe / Anorganische Bor-Verbindungen, Kaliumfluoride oder Kalium-HDO<

Wasserbasierte Holzschutzmittel zum vorbeugenden Schutz von Holzbauteilen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten:

  • B-Salze anorganische Bor-Verbindungen
  • SF-Salze Silicofluoride
  • CFB-Salze Fluoride mit Bor-Verbindungen; Chromate
  • CK-Salze* Kupfersalze; Chromate
  • CKA-Salze* Kupfersalze mit Arsenverbindungen; Chromate
  • CKB-Salze* Kupfersalze mit Bor-Verbindungen; Chromate
  • CKF-Salze* Kupfersalze mit Fluorverbindungen; Chromate
  • Quat-Präperate Quartäre Ammoniumverbindungen
  • Quat-Bor-Präparate Quartäre Ammonium-Bor-Verbindungen
  • Chromfreie Cu-Präparate(Cu-HDOCu-Quat,Cu-Triazol)(Kupfer, Kupfer HDO oder quartäre Ammoniumverbindungen z.T. mit Triazolen und/oder Bor-Verbindungen)

Es wird zwischen Mitteln gegen tierische und pflanzliche Schädlinge unterschieden, ebenso gibt es eine Unterscheidung zwischen bekämpfender und vorbeugender Behandlung.

"Biologische Holzschutzmittel"

"Biologische Holzschutzmittel" ist kein näher definierter oder geschützter Begriff. Nach Angaben ihrer Hersteller kommen diese Mittel ohne Insektizide, Fungizide und Biozide aus. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist nur auf eine rein vorbeugende Wirkung beschränkt. Das hauptsächliche Wirkprinzip dieser Produkte beruht oftmals auf einem so genannten "Coating Prinzip". Dabei werden die holzspezifischen, geruchsintensiven Aerosole verdeckt. Auch das Verfahren einer wasserglasbasierten("Versteinerung")basiert auf denselben Wirkungsprinzip*: Ein die Holzoberfläche absuchendes männliches holzschädigendes Insekt und auch das nachfolgend durch männlichen Pheromone angelocktes, zur Eiablage bereites, weibliches holzschädigendes Insekt ist auf die holzspezifischen Geruchsaerosole zur Auswahl eines geeigneten Holzes angewiesen. Aktuelle Untersuchungen der Bundesanstalt für Materialprüfung in Berlin bestätigen diesen Zusammenhang eindeutig. Der Wirkungsmechanismus eines "Coatings" ob durch Kälken, Ochsenblutanstriche oder synthetische Anstriche beruht immer auf dem gleichen Prinzip.

Der für baubiologische Mittel dieses Wirkungsprinzips oftmals behauptete bekämpfende Charakter, ist schon aus grundsätzlichen entomologischen, mykologischen und holztechnischen Überlegungen heraus nicht möglich und durch keine Untersuchung belegt. Meist besteht mangels Prüfung keine Zulassung für diese Mittel.

*FH- Erfurt, Schlussbericht des Forschungsvorhabens "Wassserglas im Holzschutz" Erfurt 2003

Weblinks

 

Literatur

  • Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt)(Hrsg.) Holzschutzmittelverzeichnis. Verzeichnis der Holzschutzmittel mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung - Auflistung der Holzschutzmittel mit RAL-Gütezeichen - Auflistung der Bläueschutzmitel nach VDL-Richtlinie. 53. Auflage 2005, 307 Seiten, 14,4 x 21 cm, kartoniert, Erich Schmidt Verlag Berlin ISBN: 3-503-08395-2
  • Müller Jochen, Holzschutz im Hochbau, Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8167-6647-1
  • Grosser Dietger, Pflanzliche und tierische Bau- und Werkholzschädlinge, München 1984
  • Sutter Hans Peter, Holzschädlinge an Kulturgütern erkennen und bekämpfen, Verlag Paul Haupt, Bern Stuttgart Wien 2002, ISBN 3-2580-6443-1
  • Becker G, Untersuchungen über die Ernährungsphysiologie der Hausbockkäfelarven, 1941, Z.vergl. Physiologie,29/3,315-388
  • Behrenz W und Technau G, Untersuchungen zur Immunisierung des Holzes durch Heißluftbehandlung, 1956
  • Holzschutz Erläuterungen zur DIN 68800 Teil 2, 3, 4, Beuth Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-410-13959-1
  • Huckfeldt, Tobias u. Schmidt, Olaf Hausfäule- und Bauholzpilze, Rudolf Müller Verlag, Hamburg 2005, ISBN 3-481-02142-9
  • Zujest, Gilbert Holzschutzleitfaden, Verlag Bauwesen, Berlin 2003, ISBN 3-345-00808-4