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Arbeitskreis Thermische Holzschädlingsbekämpfung
im DHBV

Holzschädlinge

 
Tierische Holzschädlinge

Als Holzschädlinge werden Organismen bezeichnet, die aufgrund ihrer biologischen Eigenschaften in der Lage sind, Holz zu schädigen oder zu zerstören. Die größte Bedeutung im Zimmermannsbereich haben bestimmte Insekten- und Pilzarten.

Es wird unterschieden zwischen Frischholz- und Trockenholzinsekten. Erstere können sich nur im lebenden Baum oder im frisch gefällten Holz entwickeln, während Trockenholzinsekten auch trockenes Holz befallen können, also z. B. Möbel oder verbautes Holz in Dachkonstruktionen und Fachwerkhäusern. Holzschädlinge, die den lebenden Baum befallen, sind unter Forstschädling ausführlicher erklärt.

Link: Tierische Holzschädlinge

 
Pilzliche Holzschädlinge

Der Pilz:
Der eigentlich Pilz besteht aus einem mikroskopisch feinem Netz vielfach verzweigter Zellfäden (Hyphen). Die Hyphen sind schlauchartige Zellen mit einem Durchmesser von 2 /1000 bis 10 /1000 mm. Zur Aufbereitung des Holzes scheiden die Hyphenspitzen Fermente und Enzyme ab, die dadurch Teile der Holzsubstanz (Zellulose, Holzzucker, Lignin) zur eigenen Energiegewinnung abbauen. Die mit dem Auge sichtbare Gesamtheit dieser Hyphen wird als Myzel bezeichnet. Ist ein feiner wattiger Flaum oder auch eine fasrige, ledrige Schicht zu sehen, so sprechen wir von einem Oberflächenmyzel. Wenn sich mehrere Hyphen aneinander lagern, entstehen wurzelartige Myzelstränge.

Sporen / Fruchtkörper:
Bei zunehmendem Wachstum des Pilzmyzels kommt es ab einem gewissen Stadium zur Bildung eines Fruchtkörpers. Der Zweck der Ausbildung eines Fruchtkörpers liegt in der Bildung und Ausbreitung von Millionen von Pilzsporen. Diese Sporen sind wie kleine Samen die schon durch geringen Luftzug flächig verteilt werden. Beim Auftreffen auf einen geeigneten Nährboden können sich diese schnell zu einem eigenen neuen Pilz entwickeln. Die holzzerstörenden Pilze (oft als Schwämme bezeichnet) werden, wie auch bei den Speisepilzen, meist nur durch die Existenz ihres Fruchtkörpers entdeckt. Diese Fruchtkörper sind in Farbe und Aufbau sehr unterschiedlich. In vielen Fällen gestattet der Fruchtkörper zwar die Bestimmung der Pilzart, jedoch sind die Fruchtkörper einer Pilzart je nach Wuchsbedingungen und Alter sehr unterschiedlich. Daher bedarf die Bestimmung der Pilzart anhand von Fruchtkörpern sehr viel Erfahrung und Fachkompetenz.

 

Lebensbedingungen:
Die Temperaturen denen die Pilze ausgesetzt sind lassen sich in drei Bereiche unterteilen.

  • Abtötende Temperaturen.
  • Hemmende Temperaturen
  • Wachstumsfördernde Temperaturen (Idealtemperatur)

Für jeden der holzbewohnenden Pilze gelten hier andere Temperaturgrenzen. Im Groben lässt sich jedoch folgendes sagen: Die wachstumsfördernden Temperaturen liegen zwischen 3 °C und 38 °C . Die Abtötenden Temperaturen beginnen je nach Pilzart und Einwirkdauer für Myzele im Bereich über ~ 50 °C und über ~ 80 °C für Sporen. Diese Aussagen beziehen sich auf Daten aus der vorliegenden Literatur und unterliegen großen Schwankungsbreiten. Interessanter ist es, die Temperaturen für die einzelnen Pilzarten zu betrachten.

Link: Pilzliche Holzschädlinge

 

Bekämpfung tierischer und pilzlicher Holzschädlinge:

Die jeweils gültige Landesbauordnung (LBO) regelt Näheres über den Umgang und die Meldepflicht beim Befall von Holz in und an Gebäuden.Der Befall durch einige Holzschädlingen ist in manchen Bundesländern meldepflichtig und kann durchaus einen schweren Baumangel nach BGB darstellen.

Nach DIN 68 800-4 ist jedoch der Befall und Umfang des Befalls, z. B. beim Echten Hausschwamm, durch einen Sachkundigen festzustellen (Anfertigen eines holzschutztechnischen Untersuchungsberichts). In der Regel werden durch solche Sachkundigen auch Sanierungsvorschläge erarbeitet.

Die Bekämpfung der Schädlinge ist teilweise zwingend durch ein autorisiertes Fachunternehmen (Sachkundige) durchzuführen. Die Sanierung richtet sich nach der DIN 68 800, Teil 4 (Holzschutz im Hochbau, Bekämpfung von Befall durch Insekten und Pilze) teilweise in Verbindung mit dem jeweiligen WTA-Merkblättern. Die Überwachung dieser Arbeiten sollte ebenfalls durch einen Sachkundigen erfolgen.